ELASTOMER-WERKSTOFF / FKM

FKM-Formteile und Dichtungen nach Zeichnung.

FKM wird für erhöhte Temperatur sowie für viele Öle, Kraftstoffe und aggressive Medien geprüft. Fluorgehalt, Polymerarchitektur und Vernetzung verändern jedoch Kälteflexibilität, Medienbeständigkeit, Druckverformungsrest und Kosten deutlich.

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01FKM02−20 BIS +200 °C*03ÖL & KRAFTSTOFF04ISO 3302
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Wann ist FKM eine sinnvolle Vorauswahl?

FKM ist eine sinnvolle Vorauswahl, wenn eine Dichtung oder ein Formteil erhöhte Temperatur mit Kontakt zu vielen Ölen, Fetten, Kraftstoffen oder Kohlenwasserstoffen verbinden muss. Die Werkstofffamilie wird auch wegen ihrer Witterungs-, Ozon- und Alterungsbeständigkeit betrachtet. FKM ist dennoch kein universeller Chemiewerkstoff. Aminhaltige Medien, starke Basen, bestimmte Säuren, Dampf und Bremsflüssigkeiten können je nach FKM-Typ problematisch sein. Die genaue Medienliste entscheidet über Polymer- und Vernetzungssystem.

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Welcher Temperaturbereich gilt für FKM?

Trelleborg nennt für FKM als allgemeine Anwendungsspanne etwa −20 °C bis +200 °C und kurzzeitig bis +230 °C. Spezielle Tieftemperaturtypen können bis ungefähr −45 °C reichen. Diese Spanne zeigt zugleich den Zielkonflikt: Ein für aggressive Medien oder hohe Temperatur optimierter Compound ist nicht automatisch bei tiefen Temperaturen flexibel. Dauerbetrieb, Spitzen, thermische Zyklen, Medium und mechanische Belastung müssen gemeinsam geprüft werden. Eine kurzzeitige Maximaltemperatur darf nicht als dauerhafte Freigabe in die Zeichnung übernommen werden.

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Welche Medien sprechen für FKM – und welche verlangen Vorsicht?

FKM wird häufig für Mineralöle, viele Fette, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie Kraftstoffe geprüft. Parker weist bei konkreten FKM-Compounds zugleich auf Grenzen bei Glykol-Bremsflüssigkeiten, Ammoniak, Aminen, Alkalien, Dampf und niedermolekularen organischen Säuren hin. Die Beständigkeit verändert sich mit Fluorgehalt, Monomeraufbau und Vernetzung. Deshalb muss ein Angebot den exakten Compound und die zugrunde gelegte Medienprüfung nennen, nicht nur „FKM 75“.

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Warum sind FKM-Typ und Vernetzung so wichtig?

Unter der Bezeichnung FKM liegen unterschiedliche Copolymer- und Terpolymersysteme sowie verschiedene Vernetzungsarten. Sie beeinflussen Kraftstoffquellung, Säure- und Basenbeständigkeit, Tieftemperatur, Heißwasserverhalten und Druckverformungsrest. Ein bestehender FKM-Compound darf daher nicht allein über Farbe oder Härte ersetzt werden. Für eine Zweitquelle gehören Polymerfamilie, Vernetzung, Dichte oder Identifikationsdaten, relevante Alterungs- und Medienwerte sowie eine klar definierte Abweichungsfreigabe in das Lastenheft.

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Welche Härte ist für FKM-Dichtungen üblich?

Technische FKM-Dichtungen werden in mehreren Shore-A-Härten angeboten; 70 oder 75 Shore A sind häufige Ausgangspunkte, aber kein allgemeiner Standard für Formteile. Härte beeinflusst Montagekraft, Verformung, Spaltextrusion und Dichtkontakt. Die Spezifikation nennt Nennhärte, Toleranz und Prüfmethode, etwa ISO 48-4. Für die Dichtfunktion sind zusätzlich Druckverformungsrest, Temperatur, Medium, Spalt, Oberflächen und Verpressung relevant. Ein höherer Härtewert ersetzt keine Auslegung gegen Druck oder Extrusion.

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Wie wird der Druckverformungsrest bei FKM bewertet?

FKM wird oft für thermisch belastete statische Dichtungen gewählt, weshalb der Druckverformungsrest besonders wichtig ist. ISO 815-1 beschreibt die Prüfung, doch der Ergebniswert ist nur zusammen mit Zeit, Temperatur, Kompression, Prüfkörper und Erholung aussagekräftig. Zwei Lieferantenwerte bei unterschiedlichen Bedingungen dürfen nicht direkt verglichen werden. Für kritische Anwendungen kann eine längere Alterung oder eine Funktionsprüfung im realen Medium sinnvoller sein als ein einzelner 24-Stunden-Wert.

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FKM oder NBR bei Öl und hoher Temperatur?

NBR ist für viele mineralölberührte Anwendungen wirtschaftlich und mechanisch geeignet, erreicht aber typischerweise eine niedrigere obere Temperatur als FKM. FKM wird interessant, wenn Temperatur, Kraftstoff, aggressive Additive oder Alterung die NBR-Grenzen überschreiten. Der Mehrpreis ist nur sinnvoll, wenn die konkrete Last dies verlangt. Ein Vergleich sollte Medienquellung, Härteänderung, Druckverformungsrest, Tieftemperatur, Lebensdauerziel und Gesamtkosten einschließlich Werkzeug und Mindestmenge gegenüberstellen.

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FKM oder Silikon bei hoher Temperatur?

Silikon bietet häufig bessere Kälteflexibilität und einen breiten Temperaturbereich; FKM bietet typischerweise die stärkere Beständigkeit gegen viele Öle und Kraftstoffe. Für dynamische Belastung, Dampf, Chemikalien oder geringe Gasdurchlässigkeit reicht diese Kurzform nicht. FKM und VMQ müssen als konkrete Compounds mit identischen Prüfbedingungen verglichen werden. Die Werkstoffentscheidung folgt Medium und Funktion, nicht allein der höchsten Temperaturzahl im Datenblatt.

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Welche Toleranzen gelten für FKM-Formteile?

ISO 3302-1 bietet die Maßtoleranzbasis für massive geformte Gummiteile; ISO 3302-2 behandelt ausgewählte geometrische Toleranzen. Enge M1-Anforderungen können bei teurem FKM-Compound, hoher Schrumpfungskomplexität und kleinen Teilen erheblichen Sortier- oder Werkzeugaufwand verursachen. Funktionskritische Maße werden deshalb einzeln identifiziert. Bei O-Ringen sind die speziellen O-Ring-Normen maßgeblich und nicht pauschal die Formteilklassen. Zeichnung, Prüfverfahren und Annahmekriterien müssen denselben Bezugszustand verwenden.

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Wie werden Werkzeug und Materialkosten transparent verglichen?

Bei FKM kann Materialverbrauch einen größeren Anteil am Stückpreis haben als bei Standardelastomeren. Anguss, Grat, Ausschuss, Kavitätenzahl und Prozessstabilität beeinflussen deshalb die Kalkulation besonders. Die Anfrage soll Werkzeug, Bemusterung, Compound-Preisannahme, Serienpreis, Mindestlos, Ausschuss, Nacharbeit, Prüfung und Verpackung getrennt verlangen. Ein Lieferant mit höherem Werkzeugpreis kann bei wiederkehrender Menge wirtschaftlicher sein; ein günstiges Werkzeug kann bei kleinen Losen sinnvoller sein. Ohne echte Geometrie und Menge ist kein seriöser Break-even möglich.

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Welche Angaben gehören in eine FKM-Anfrage?

Benötigt werden Zeichnung und Revision, exakte Medien einschließlich Konzentration und Additiven, Dauer- und Spitzentemperatur, Druck, Bewegung, Vakuum oder Gas, Gegenflächen, Zielhärte, zulässige Quellung, Lebensdauer, Jahres- und Losmenge sowie Nachweise. Bei einem Ersatzcompound sind der bisherige Werkstoff und die Gründe für den Wechsel zu dokumentieren. Der Lieferant soll Abweichungen, Polymer- und Vernetzungstyp sowie relevante Prüfwerte vor Werkzeugfreigabe offenlegen.

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Was ist die belastbare Kurzantwort zu FKM?

FKM ist eine leistungsfähige Vorauswahl für erhöhte Temperatur und viele öl-, kraftstoff- oder kohlenwasserstoffberührte Anwendungen. Es ist aber keine pauschale Lösung für Dampf, Amine, Basen oder jedes Tieftemperaturprofil. Vergleichbare Angebote erfordern denselben Compound-Rahmen, identische Prüfbedingungen, Zeichnungs- und ISO-Toleranzbasis sowie getrennte Werkzeug-, Material- und Prüfkosten.

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TECHNISCHE ANFRAGE

FKM nur gegen das echte Medienprofil auswählen.

Senden Sie Zeichnung, Medium, Temperatur, Druck und Menge. Wir strukturieren Compound-Typ, Toleranzen, Prüfungen und Kostenvergleich.

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